Stellungnahme zum beendeten Dialog der FAdSKi mit den für die Sicherheit zuständigen Akteuren

Stellungnahme zum beendeten Dialog der FAdSKi mit den für die Sicherheit zuständigen Akteuren

14/07/2017 Aus

Etwas mehr als eine Woche ist es nun her, dass die Fanabteilung der Stuttgarter Kickers (FAdSKi) den Dialog mit den für die Sicherheit zuständigen Akteuren (Polizei, Verbände, Ordnungsdienst) für beendet erklärt hat (siehe dazu www.facebook.com/fadski.de/posts/437326369975869:0 ).

Wir als Fanprojekt Stuttgart – BLAU haben, nach dem Finale im wfv Pokal, ebenso intensive Gespräche mit allen Akteuren geführt, um diese Vorfälle mit allen Beteiligten (FAdSKi, Sicherheitsbehörden, Verein, Fanbetreuung etc.) aufzuarbeiten.
Nach diesen Gesprächen wollen wir uns, wie folgt, dazu äußern:

Wir, als noch junges Fanprojekt, haben die Fanszene der Stuttgarter Kickers als eine sehr kreative, im Grunde friedliche und sozial engagierte Fanszene kennengelernt. Wenige Ausnahmen, unter der Gesamtheit der Fans, trügen diesen Eindruck nicht und sind auch im Vergleich zu anderen Vereinen bei den Stuttgarter Kickers eher als marginal einzuschätzen.

Trotz dieser geringen Ausnahmen, wird die Fanszene oftmals an den Pranger gestellt („alle über einen Kamm geschert“) und unterliegt einer pauschalen Vorverurteilung. Des Weiteren wird oftmals ein einheitliches Bild der Fanszene aufgebaut, die sich aber aus unserer Sicht wesentlich differenzierter darstellt.

Diese notwendige differenzierte Sicht erhält man nur, wenn man gemeinsam an einem Tisch sitzt und die organisierte Fanszene auch als ernsthafter Gesprächspartner akzeptiert wird. Zudem sollte die Fanszene kontinuierlich und zuverlässig an den sie betreffenden Entscheidungen beteiligt und ihre Bemühungen wertgeschätzt werden.

An der Stellungnahme der FAdSKi ist klar zu erkennen, dass dies im Moment nicht der Fall ist.

Dies ist umso bedauerlicher, da gerade die Fansprecher permanent und besonders in konfliktbehafteten Situationen besonnen und hilfreich deeskalierend auf die Fans eingewirkt haben. Ohne diese Unterstützung und Dialogbereitschaft aus der Fanszene heraus und das positive Einwirken der handelnden Personen in die Fanszene hinein, hätte der ein oder andere Konflikt nicht schon im Vorfeld gelöst werden können.

Dass sich nun ausgerechnet die FAdSKi zukünftig nicht mehr an einem Dialog beteiligen will, ist daher sehr bedauerlich – allerdings auch verständlich, wenn sie das Gefühl vermittelt bekommen den Dialog nicht auf Augenhöhe führen zu können und sie keine Wertschätzung erfahren.

Das Ziel sollte auf allen Seiten sein, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken. Ansonsten führt dies unserer Ansicht nach zu Ausgrenzung und der daraus folgenden Isolierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die dann irgendwann nicht mehr von Jugendhilfeeinrichtungen erreicht und von diesen aufgefangen werden können. Dies gilt es aus unserer pädagogischen Sicht dringend zu vermeiden. Bei allen Maßnahmen, um Straftaten in Zukunft zu verhindern – was nachhaltig nur gemeinsam von allen beteiligten Akteuren erreicht werden kann – sollte ein umfassender und ganzheitlicher Blick auf jede einzelne Person gelegt werden, um präventiv wirken zu können.

Unser Ziel ist es Dialogbereitschaft auf allen Seiten wiederherzustellen und der Verfestigung von Feindbildern entgegenzuwirken. Deshalb stellen wir uns ausdrücklich als Vermittler zwischen allen Akteuren zur Verfügung und hoffen, dass sich das Rad nicht weiter in die falsche Richtung dreht.

Fanprojekt Stuttgart – BLAU
Daniel Metz und Kai Völschow
14.07.2017